IVSS-Veranstaltung

Chemikalien mit besonderen Gefahren

Den Flyer zum Download finden Sie hier.

Die INRS in Frankreich und die Sektion Chemie der IVSS thematisierten Endokrine Disruptoren und sensibilisierende Substanzen

Vom 01. bis 03. Juni 2016 veranstalteten das Institut National de Recherche et de Sécurité (INRS) und die Sektion Chemie der Internationalen Vereinigung für Soziale Sicherheit (IVSS) ein Symposium in Paris, bei dem Risiken im Zusammenhang mit endokrinen Disruptoren und sensibilisierenden Substanzen sowie die Prävention am Arbeitsplatz im Mittelpunkt standen. Über 250 Teilnehmerinnern und Teilnehmern diskutierten mit Referenten und Referentinnen aus Frankreich, Belgien, Canada, Deutschland, den Niederlanden, der Schweiz, Österreich und Spanien über die Vorträge sowie die Podiumsdiskussion in einem spannenden Austausch.

Das Hormonsystem des Menschen wird auch als endokrines System bezeichnet. Nach der Definition der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sind endokrine Disruptoren von außen zugeführte Stoffe oder Gemische, die die Funktion des Hormonsystems verändern und dadurch gesundheitlich nachteilige Wirkungen im intakten Organismus, bei seinen Nachkommen oder (Sub-)Populationen verursachen (WHO, 2002: Global Assessment of State-of-the-Science of Endocrine Disruptors).
Im Rahmen der Verordnung EG 1907/2006 zur Registrierung, Bewertung, Zulassung und Beschränkung chemischer Stoffe (REACH) können endokrine Disruptoren unter bestimmten Voraussetzungen zulassungspflichtig werden. Gegenstand der wissenschaftlichen und politischen Diskussionen ist es, Kriterien für die Identifizierung von endokrinen Disruptoren festzulegen und die regulatorischen Auswirkungen zu definieren.

Expositionen gegenüber endokrinen Disruptoren aber auch gegenüber sensibilisierenden Substanzen können sowohl umwelt- als auch arbeitsplatzbedingt sein.

Nach wie vor stellen beruflich bedingte Allergien der Haut oder der Atemwege einen Schwerpunkt bei den angezeigten Berufskrankheiten dar. Vertiefte Kenntnisse zu den Auslösern, den Erkrankungen, zur Expositionsbeurteilung sowie zu wirksamen Schutzmaßnahmen bei Tätigkeiten mit sensibilisierenden Stoffen sind daher wichtige Bausteine eines Präventionskonzeptes.

Weitere Informationen finden Sie unter http://www.inrs-issa2016.com/.

IVSS-Veranstaltung

Vergangene Veranstaltungen

In der Vergangenheit haben folgende Veranstaltungen stattgefunden:

ACHEMA 2015

IVSS-Veranstaltung

IVSS auf der ACHEMA 2015 „Mensch und Maschine“

„Mensch und Maschine – mit Sicherheit ein gutes Team!“ Die sichere Gestaltung der Schnittstelle Mensch-Maschine, insbesondere auch unter den Blickwinkeln Ergonomie und demografischer Wandel, stand im Fokus eines internationalen Symposiums, das die IVSS Sektion Chemie gemeinsam mit der IVSS Sektion für Maschinen- und Systemsicherheit im Rahmen der ACHEMA im Juni 2015 in Frankfurt veranstaltete. Namhafte Referenten aus Europa und Übersee informierten zu den Themen „Manipulation von Schutzeinrichtungen“, „Faktor Mensch“ und „Kommunikation und Risikobeurteilung“.

Im Themenblock „Manipulation von Schutzeinrichtungen“ ging es um zentrale Fragen des Arbeitsschutzes. Allzu häufig werden Schutzeinrichtungen als hinderlich bei der Arbeit empfunden und ihre Funktion außer Kraft gesetzt. Vermeintliche oder tatsächliche Erleichterung bei der Arbeit, Leistungsdruck, schlechte Ergonomie, Bequemlichkeit und letztendlich Ignoranz und Gefahrenunkenntnis sind die am häufigsten genannten Gründe. Eine Studie der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung deckte auf, dass etwa ein Drittel aller Schutzeinrichtungen an Maschinen manipuliert wird. Doch manipulierte Schutzeinrichtungen an Maschinen verursachen jedes Jahr Tausende schwerer und tödlicher Unfälle an Maschinen. Wie kann diesem Umstand entgegengetreten werden? Wie können Betriebe und Arbeitnehmer sensibilisiert werden, sich sicherheitsgerecht zu verhalten? Wichtige Erfahrungen aus der Schweiz und Deutschland zeigten erprobte Lösungsansätze auf, die für die Praktiker vor Ort in den Betrieben entwickelt worden sind.

Der „Faktor Mensch“ bildete den inhaltlichen Schwerpunkt des zweiten Themenblocks. Der demografische Wandel wirkt sich auf vielfältige Aspekte der sozialen Sicherheit aus. Eine bedeutende Rolle bei der Bewältigung der mit dem demografischen Wandel verbundenen Herausforderungen kommt der Prävention zu. Wie können Sozialversicherungssysteme hierauf reagieren? Wie können international tätige Firmen darauf präventiv reagieren, um Ihre Belegschaft gesund im Arbeitsleben zu erhalten? Welche Rolle spielen Diversityfragen in einer gloalisierten Welt?

„Kommunikation und Risikobeurteilung“ lautete die Überschrift des dritten Vortragsteils. Ein wichtiges Feld im internationalen Arbeitsschutz, gehen doch von einer fehlerhaften Kommunikation immense Gefahren aus, wenn über Beschäftigte nicht ausreichend aufgeklärt werden. Wie können Sicherheitsunterweisungen so gestaltet werden, dass die Botschaften auch umgesetzt werden? Welche Rolle spielen ergonomische Überlegungen bei der Gestaltung eines Arbeitsplatzes, um Risiken im Vorfeld gar nicht erst entstehen zu lassen? Und wie können komplexe Gefährdungen am Arbeitsplatz mit einem praxisorientierten Tool richtig bewertet werden, um effektive und effiziente Schutzmaßnahmen ableiten und ergreifen zu können?

Sicherheit – Ergonomie – Demografie. Spannende Themen eines erfolgreichen Symposiums der IVSS Sektion Chemie. Das Symposium zeigte: die Schnittstelle Maschine – Mensch ist und bleibt aktuell.

Programm

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Präsentationen

Hier finden Sie die Vorträge der Veranstaltungen als pdf zum Download.

ACHEMA 2015 „Mensch und Maschine“
Suva Kampagne „Stopp dem Manipulieren von Schutzeinrichtungen" Markus Schnyder
Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva)
Maßnahmen der Projektgruppe der IVSS und Beispiele für technische Lösungen Leonhard Blümcke
Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel und Gastgewerbe (BGN)
Arbeitsschutz durch Gestaltung der Mensch-System Interaktion in realen und virtuellen Arbeitswelten Dr. Peter Nickel
Institut für Arbeitsschutz der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (IFA)
Demografischer Wandel in der Arbeitswelt: Herausforderungen für die Prävention - Informationen und Empfehlungen des Besonderen Ausschusses für Prävention der IVSS Dr. Sigfried Sandner
Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW)
Demographischer Wandel: Beispiele für präventives, betriebliches Gesundheitsmanagement Dr. Günter Rutkowski
BASF SE
Diversität Mag. Barbara Libowitzky
Allgemeine Unfallversicherungsanstalt (AUVA)
Partizipative Ergonomie Dr. Benjamin Amick
Institute for Work & Health
Sicherheitskurzgespräche Dr. Joachim Sommer
Berufsgenossenschaft Rohstoffe und chemische Industrie (BG RCI)
Hazard Rating Numbers (HRN) zur Bewertung von Gefährdungen an Maschinen Gerhard Salzmann
Sapa Extrusion Nenzing GmbH
Das Risiko chemischer Substanzen: Modelle zur Beurteilung und Handhabung sowie Erfahrungswerte des INAIL im Bereich "Ausbildung - Information" Maria Rosaria Fizzano
Istituto nazionale per l‘assicurazione contro gli infortuni sul lavoro (INAIL)